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Neue Brille I

Nachdem meine Brille schon seit Jahren einen fiesen Kratzer genau im Fokuspunkt eines Auges hat, habe ich mir vor ein paar Wochen endlich die Zeit genommen und bin zum Augenarzt gegangen. Ergebnis war eine neue Brille, die der Gegenstand dieses Blogartikels ist.

Mein Augenarzt in Karlsruhe hat mich immer genervt: Keine Termine, lange Wartezeiten, Fließbandbehandlung. Also habe ich mir den Umzug nach Mannheim als Ausrede genommen, um mir einen neuen Augenarzt zu suchen. Den habe ich inzwischen gefunden, und zwar in Form eines M, den ich auf dem Mensa-Stammtisch im letzten Jahr kennengelernt habe. Der praktiziert in Heidelberg-Kirchheim, und da ich derzeit eh in Heidelberg arbeite, war der Besuch auch nicht ganz so zeitaufwendig.

Die Arzthelferin-Azubine, die die Vortests mit mir machte, ist superhübsch und mir fallen schier die Augen aus dem Kopf. Aber ich muss ja die ganze Zeit in irgendwelche Geräte gucken. Schließlich komme ich endlich zum Herrn Doktor ins Sprechzimmer, wir schwätzen ein wenig privat, messen derweil meine Augen und probieren verschiedene Glasstärken aus.

Meine Augen sind wohl etwas schlechter geworden, statt +0.5 auf beiden Seiten sind es jetzt +0.75, und außerdem ist erstmals eine zylindrische Komponente (-0.5 und -1.0) dazugekommen, was mir ermöglichen soll, auch mein Gegenüber im Gespräch trotz Brille scharf zu sehen. Das ging nämlich mit den alten Brillen nie, und ich hab sie deswegen ständig auf- und abgesetzt. Allerdings wurde mir angekündigt, dass ich ein, zwei Wochen brauchen würde um mich an die neuen Gläser zu gewöhnen.

Am Samstag habe ich nun die neue Brille bekommen (über den Kaufprozess werde ich noch einen Extraartikel schreiben), und bin mutig mit der neuen Brille gleich auf die Straße gegangen. Nachdem ich den zweiten Fußgänger fast über den Haufen gerannt habe, habe ich die Brille auch gleich wieder abgenommen.

Zweiter Versuch dann in der Stadtbahn: Hui, sieht das alles komisch aus. Stürzende Linien überall, besonders runtergucken ist wie im Spiegelkabinett auf dem Jahrmarkt. Und wenn ich versuche, irgendwo hinzugreifen, geht der erste Griff garantiert ins Leere.

Später am Rechner ist das Gefühl auch hinreichend komisch: Wenn man nicht genau aus der Mitte genau rechtwinklig aufs Display guckt, verzerrt das Display zu einem bösen Trapez. Aber dafür ist es so gestochen scharf, dass ich einzelne Pixel erkennen kann. Und das beste: Auch beim Hochgucken auf mein Gegenüber oder einen anderen Punkt in zwei, drei Meter Entfernung ist das Bild immer noch scharf. Davon war ich dann gleich so begeistert, dass später beim Ausziehen des T-Shirts die Brille in hohem Bogen in der Ecke landete - zu diesem Zeitpunkt des Tages noch die Brille auf der Nase zu haben war mit den alten Gläsern völlig undenkbar.

Inzwischen ist der dritte Tag mit der neuen Brille vorbei, die Griffe sitzen wieder an der richtigen Stelle und der Gewöhnungsprozess ist beeindruckend: Nur, wenn ich noch bewusst hingucke, sehe ich das Trapezdisplay als Trapez. Wenn ich nicht bewusst gucke, ist es inzwischen so, dass ich das Trapez beim Absetzen der Brille sehe. Faszinierend, wie schnell sich das Gehirn anpasst.

Ich hoffe, dass auf diese Weise auch meine Kopfschmerzen etwas besser werden - ich hatte ja immer den Verdacht, das käme von den Augen.

Auf jeden Fall ist diese Brille der Durchbruch, den ich mir von meiner ersten Brille vor zwölf Jahren erhofft hatte. Ich frag mich, warum nicht schon der Augenarzt in Karlsruhe eine zylindrische Komponente ausprobiert und spezifiziert hatte. Nun denn, er wird es mir nicht mehr beantworten.


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Zugschlusbeobachtungen on : Neue Brille III

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Nachdem vor inzwischen vier Wochen eine Augenoptikerin in meinem Leben aufgetaucht ist, die bezüglich meiner Fehlsichtigkeit durchaus anderer Meinung ist\nals der Augenarzt, habe ich heute die Notbremse\ngezogen und die a href=&#8220;http://blog.zugschlu

Comments

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Maik on :

Ich gehe hier in KA zu Dr. Dr. Beisel und bin sehr zufrieden. Einziger Makel (der mich persönlich aber nicht berührt): Sie rechnet nicht über gesetzl. Kassen ab. Da muss man dann selbst zahlen oder woanders hingehen. Der Vorteil ist natürlich wieder, dass das die Praxis angenehm leer hält und man praktisch keine Wartezeiten hat.

Nächsten Monat ist meine jährliche Kontrolle auch schon wieder fällig...

Oliver Regelmann on :

"warum nicht schon der Augenarzt in Karlsruhe eine zylindrische Komponente ausprobiert und spezifiziert hatte"

Die Messergebnisse des Augenarztes sollte man immer (!) durch den Optiker kontrollieren lassen. Was Augenärzte da manchmal verzapfen, ist haarsträubend.

Für eine Brille muss man meines Wissens seit einigen Jahren sowieso nicht mehr zum Augenarzt.

Der Herr von Gegenüber on :

Da gebe ich Herrn Regelmann recht. Ich lasse mir die Linsenstärke seit Jahren vom Optiker meines Vertrauens messen und anpassen. Der hat irgendwie wesentlich mehr Zeit und Ruhe. Nicht zu vergessen den Servicegedanken :-)

Roman on :

Lass mal Marc, mir ging es mit meiner Brille nicht viel anders. Bin bei Fielmann aus dem Laden raus und hab auch gedacht hossa was ist denn hier los. Hab zu tun gehabt das ich nicht Leute über den Haufen gerannt habe. Mittlerweile habe ich mich aber auch daran gewöhnt. Ach nochwas die Brille steht Dir :-) Gruss Roman

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